Meine Blog-Liste

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Weihnachtsball.

Bericht, der im nächsten LöBla zufinden sein wird.

Dieser Bericht hier, wird wirklich der allerletzte Aufwand sein den ich für meinen wahr gewordenen Alptraum erübrigen werde (zumindest hoffe ich das zutiefst): Weihnachtsball 2010.
Die Vorbereitung war mit Abstand die stressigste und aufwendigste Zeit, die ich je erlebt hatte. Was stellt man sich schon unter der Organisation eines simplen Balles für Schüler in der Weihnachtszeit vor? Man hat ein Komitee von ein paar Schülern, jedem wird ein Bereich zugeteilt und der OK-Chef gibt jedem schön ein A4-Blatt mit all den Dingen, die man bis zum Ball erledigen sollte.
Herbstferien. Der Weihnachtsball ist noch weit entfernt. Ausserdem ist man vom Fremdsprachenaufenthalt abgelenkt. Die einzige Aufgabe über die Ferien lautet: Mottosuche. Einfach, denkt man. Falsch gedacht! Überlegt euch mal ein Motto, das einer ganzen Schule entspricht: Casino? Nee…überhaupt nicht weihnachtlich. Maskenball? Zu aufwendig betreffend Eintrittskontrolle. Casablanca? Sollen etwa alle in schwarz/ weiss aufkreuzen? Ein ganz klassischer Ball? Langweilig!! Wäre genau so wie die letzten Bälle…
Das Thema ‚Welt’ erschien uns schlussendlich am geeignetsten (respektive es wurden einfach keine weiteren Vorschläge gemacht und man nahm meinen).
Die 1. Sitzung nach den Ferien.  Noch knapp 6 Wochen bis zum Ball. Und schon kam das 1. Problem meinerseits: Chorlager. Nichts gegen das Chorlager und vor allem nichts gegen den Chor…doch ich als OK-Chefin war nicht gerade begeistert gerade am Anfang aller Vorbereitungen nicht zur Stelle sein zu können. Ich schrieb vor meiner Abfahrt eine riesige Aufgabenliste an meine ‚Vertretung’, die nach dem Rechten sehen sollte während meiner Absenz. (Okay das klingt jetzt gerade so als wäre ich der BigBoss einer Riesenorganisation, dem ist aber nicht so!!^^)
Nun…irgendwann Mitte des Lagers erfuhr ich, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Sportunfall. Zerschmettertes Sprunggelenk. Dreifachbruch. Und ich dachte nur: OMG (und das war nicht auf den Ball, sondern auf die Sorge meiner Kollegin gegenüber bezogen^^).
Die Vorbereitungen begannen nicht gerade motivierend:
  1. Meine Vorgängerin war in Spanien und meine Hilferufe betreffend Ball blieben unerhört.
  2. Der Fotograf des letzten Jahres hatte keine Zeit an diesem Tag.
  3. Die Busgesellschaft wollte wegen der vielen Kotze der letzten Jahre keine Extrabusse zur Verfügung stellen
  4. Der Kontoname und alles drum und dran musste abgeändert werden und wir kannten nicht mal unser Budget, das wir zur Verfügung hatten
Einen Fotografen zu finden war an sich nicht schwer. Doch einen Fotografen zu finden, der für ‚nur’ 900.-Fr. einen Abend lang Fotos schiessen würde war praktisch unmöglich. Schliesslich fand Anna einen, der für 950.- den Job annahm. Uff, geschafft. Eine Sorge weniger.
Die Nachtbussuche gaben wir nach knapp 10 Anrufen auf.
Das waren zwei der simpelsten, jedoch eindeutig nervtötendsten Arbeiten. Doppelter Aufwand für ein gleiches oder schlechteres Ergebnis.
Ein weiteres grösseres Problem war der Eingang. Man kannte von den letzten Bällen das stundenlange Anstehen und das wollten wir dieses Jahr unbedingt ändern. Wir machten diverse Skizzen und Vorschläge, man könne wie am Kantifest zwei Zelte unten aufstellen, man könnte die Billette unter dem ‚Dach’ der Kanti abholen…doch was war, wenn es schneite wie verrückt? Die Schüler müssten zwar weniger lange anstehen, doch die Lehrer, die für den Verkauf zuständig waren, würden verfrieren oder die ‚Bändeli’ etc wegwinden und weiss nicht was. Schlussendlich entschieden wir uns für die Mensa. Und das war  auch gut so.
Ein TOTALES Chaos war die Sache mit den Helfern. Zuerst galt ja, dass nur Kantischüler den Ball besuchen durften. Keine Ehemalige. Keine Auswärtige. Das führte natürlich unter ziemlichen Protest unter den Schülern, aber Leute, auch wir vom Komitee hatten unsere Vorgaben und Einschränkungen! Wenn es nicht jedes Jahr Leute gäbe, die nicht checken wann sie aufhören sollten zu saufen, wäre der Ball bis 2 Uhr morgens oder länger und ihr könntet statt Bier Vodka in den Gläsern halten. Natürlich ist es unfair gegenüber den restlichen Teil der ganzen Schule aber denkt daran, es sind WIR vom KOMITEE die euren Abfall nach dem Ball bis 4 Uhr morgens aufräumen müssen!!
Ich wurde noch nie in meinem Leben mit so vielen Facebook-Nachrichten bombadiert wie in diesen Wochen. Es kamen ziemlich viele Anfragen, ob wir nicht doch ein paar Auswärtige in den Ball einlassen könnten… bewilligt! Einverstanden. Gebt einfach den Namen und die Adresse an.
Dann war auch eine Putztruppe gesucht. Ehrlich gesagt hatte ich wenig Hoffnung darauf, dass wir Leute finden würden, die für den Ball für Ordnung sorgen würden. Ein Massenmail wurde darum ausgesendet, Zettelchen in das Klassenfächli geworfen und eine Sitzung vereinbart. Die Helfer erschienen nicht. Schön. Toll. Ihr könnt mich mal. Die nächsten Namen wurden für die Arbeit eingetragen.
Bei der Helfergruppe wurde ebenfalls eine Sitzung vereinbart, an dieser ich nicht teilnehmen konnte wegen einer Maturaarbeitsbesprechung. Wisst ihr, was dass für ein Gefühl ist, wenn man danach mitbekommt, dass zwei FRAUEN sich bereit erklären mussten 15 Sofas zu schleppen? Allem Anschein nach gab es keine Männer in der Sitzung, sondern nur Pussys, die eine solche Arbeit FRAUEN überliessen. Ich überredete im Nachhinein noch zwei Typen, die beim Ausladen helfen sollten.
Die Gästeliste traten die diversesten Probleme auf. Das Klassische: Typen kannten den Unterschied zwischen 1 und 2 nicht, es gab etwas ganz Neues, nämlich zwei Schwulenpärchen, und zum Teil war es gar nicht so einfach das Geschlecht eines Namens einzuordnen. Im Bus bekam ich bei der Heimfahrt beinahe eine Krise als zwei sich nachtragen wollten und es so locker sahen sich überhaupt nachtragen lassen zu können. Ich dachte nur, oder nein, ich schrie durch den ganzen Bus: „KÖNNT IHR EIGENTLICH NICHT LESEN??“ Was verdammt noch mal war so schwer sich in eine Liste einzuschreiben? Oh ja, es ist überhaupt kein Problem so schnell ein paar weitere Namen anzugeben, die Listen für den Vorverkauf sind ja nicht bereits gedruckt oder so…
Auch die Zepra-Bändeli wollten einfach nicht kommen. Damit wir das Desaster des letzten Jahres mit den Notfall-Bändeli aus dem Manor verhindern wollten, hatten wir sie eigentlich früh genug bestellt. Am Freitag vor dem Ball waren sie immer noch nicht da und wir schickten Sam nach St.Gallen um andere zu kaufen. Wir atmeten alle auf, als er uns schliesslich voller Stolz ein Päckchen mit silbernen und weissen Bändeli präsentieren konnte. Der grösste Witz war dann, dass die eigentlich bestellten Zepra-Bändeli am Samstagnachmittag ihr Ziel erreichten. Schöner Moment…
Zur Dekoration. Ursprünglich ging ich ins Komitee um mich hauptsächlich um die Deko zu kümmern. Ich hatte nicht vor OK-Chefin zu werden und als ich es dann war, hätte ich nie gedacht so viel Arbeit vor mir zu haben. Ich machte Entwürfe, zeichnete nachts noch um halb 1 an den Skizzen weiter wenn mich der Ball nicht schlafen liess. Ich hatte ziemlich genaue Vorstellungen und wusste, dass sie sehr aufwendig werden würden. Doch ich wollte es so. Und nein…ich konnte doch nicht alles verwirklichen, was ich vor Augen hatte.
Nur damit ihr eines wisst: Der Eiffelturm besteht nicht aus zwei hellen dicken Strichen, und mehreren dunkleren Kreuzen. Dieses Teil wurde eine 10-Stunden-Arbeit. Angefertigt von einer auf einem Bein hüpfenden und einer total gestressten Person in einem winzigen Räumchen im hinterstletzten Kaff vom Appenzell. Wir begannen zuerst alles mathematisch genau mit diversen Gleichungen die jeweiligen Längen auszurechnen…und wir verspürten die Hoffnung, doch was Nützliches betreffend Mathe in der Kanti gelernt zu haben…doch…Irrtum. Der Eiffelturm sah total verkrüppelt und total verformt aus und wir fingen von vorne an. Es klingt vielleicht unglaubwürdig, doch die Orientwand war um einiges weniger mühsam anzufertigen. Der Platzmangel war bei diesem wohl eher das Problem.
Der Freitag vor dem Ball. Das Aufstellen begann! Bei diesem Punkt will ich mich aufrichtig bei meiner Klasse 3S bedanken. Selbst diejenigen, die gar keine Helfer waren gaben ihr Bestes, mir so viel Arbeit wie möglich abzunehmen.
Am Tag des Balles begannen wir unsere Arbeit bereits um 10 Uhr. Je mehr ich von dem Riesenaufwand wiedererkannte, desto friedlicher und ruhiger wurde ich. Es sah toll aus. Zumindest um einiges besser als in den vergangenen Jahren. Und ich war stolz darauf, weil zumindest der grösste Teil meiner Vorstellungen verwirklicht werden konnte. Um halb 4 fuhr ich nach Hause um mich bereit zu machen. Duschen, zur Kollegin die Haare machen, Kleid einpacken, ins Auto steigen, auf den Zug rennen, zum Freund fahren, sich dort umziehen, ein Stück Pizza essen und wieder zurück zur Kanti gehen um nach dem Rechten zu sehen. Es schien alles zu klappen. Nur die Kassen waren natürlich irgendwo im nirgendwo verschwunden, doch schlussendlich, ich weiss ehrlich gesagt nicht wie, tauchten sie doch auf und der DJ kam dann auch noch rechtzeitig…und der Ball konnte beginnen. Wow. Wir hatten es geschafft.

Der Text klingt vielleicht ein wenig…übertrieben…^^ doch man kann so etwas nicht richtig in Worte fassen, was wir als Komitee leisten mussten. Es ist wie Liebeskummer: Man muss ihn erlebt haben um alles nachvollziehen zu können.
Ich hätte das alles NIEMALS ohne meine Freunde und meine Klasse geschafft. In solchen Situationen sieht man um einmal mehr, wer nun wirklich diejenigen sind, auf die man sich verlassen kann und einen unterstützen. Und das war wohl das Beste am ganzen Ball: Nicht, dass wir für knapp 450 Schüler einen, ich behaupte jetzt mal, gelungenen Ball organisiert haben, sondern die Rückversicherung Freunde zu besitzen, die immer für einen da sind. Egal in welcher Situation. DANKESCHÖN!

Danke
…an Tanja, Arlette & Jana für das Herzchen und Sternchen ausschneiden, das Plakat malen und die Anwesenheit bis zum Schluss des Balles
…an Janas Mom für das Fertigstellen der Girlanden
…an Anja, für das wunderschöne Bild für Südamerika und Katja, für das aufwendige     leuchtende Herz im Parisecken
…an Vanessas Vater für den Transport der Sofas
…an diejenigen des 3GI, die das tolle Europa-Plakat entworfen haben
…an Anna M. für die Kopfschmerzen wegen der Fotografen- und Shuttlebussuche
…an Anna Z. und Sophie für all die Nerven, die beim DJ aufgewendet werden mussten und die Planung des Ballkönigpaars
…an Sam und Silly für das Aufstellen der die vielen bunten Scheinwerfer und für eine gelungene Bar
…an Lea für ihre süssen Weihnachtskugeln in der Aula und an ihren Vater für die Becher für die Bar
…an Seraina, für die viele Arbeit, die sie im Krankenhaus trotz der Umstände übernommen hat
…an Tanjas Mutter für ihre tatkräftige Unterstützung nach dem Ball
…an Bettina, für die Geduld mit der nicht erscheinenden Einzahlungsscheine der Kantonalbank und ihr Vater, für die drängenden Anrufe bei dieser
…an alle(mehr oder weniger) die Sofas geschleppt haben
…an all die Freunde, die ihren Freundinnen nach dem Ball beim Aufräumen geholfen haben
…und eine Entschuldigung an alle, die Opfer meines Stresses wurden

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen