Folgendes:
Was sollte man davon halten, wenn mein Freund bemitleidet wurde, dass er mit mir zusammen war?
Klingt nicht gerade nett...oder fair...oder...war es wirklich wahr?
War ich wirklich so schrecklich? War ich eine solch schlechte Freundin?
Ich wollte weder eine sein, noch wie eine dargestellt werden!!
Ja. Ich war...
sagen wir einmal ziemlich temperamentvoll,
ich war schnell gereizt wenn es um etwas ging, dass mich berührt hatte oder anders rum enttäuscht oder verletzt hatte,
ich war emotional und schnell verletzbar, wenn es um ein paar bestimmte Punkte ging,
ich war nicht gerade die Vernünftigste,
ich war stur, dickköpfig, und hatte ich mir etwas in den Kopf gesetzt, dann wollte ich das auch genau so,
ich regte mich ziemlich schnell über gewisse Dinge auf...
Doch...
ich war auf keinen Fall egoistisch,
für meine Freunde und all diejenigen, die mir nahe standen war ich immer zur Stelle,
ging es jemanden schlecht, versuchte ich ihn aufzumuntern und verdrehte nicht meine Augen denkend: Mein Gott was ist mit X wieder mal los??
Ich zeigte Mitgefühl,
ich teilte das Leid anderer,
es gab unendlich viele Dinge die mich berührten,
und ich gehörte zu denjenigen, die sich an den kleinen Dingen im Leben erfreuen konnte...
So. Und jetzt zur Frage, ob jemand wirklich Mitleid mit meinem Freund haben musste:
Ich zickte ihn an, wenn ich angetrunken war und mich verarscht fühlte,
ich war ziemlich schnell über Kleinigkeiten enttäuscht...
doch...
ich liebte ihn.
Ich liebte ihn mit einer beinahe unbeschreiblichen Intensität.
Alles was ihn schmerzte, drang genau so stark in meine Seele hinein. Es war so, als ob unsere Seelen miteinander verhangen wären...alles was ihm weh tat, alles was er fühlte, fühlte ich auch...sein Schmerz fühlte sich so an, als wäre es mein eigener...
Ich hatte ein unglaubliches Verlangen nach ihm, kein (wie ihr jetzt vielleicht annehmt) Verlangen, dass mit Sex oder dergleichen zu tun hatte...ich wollte einfach bei ihm sein. Ich brauchte seine Nähe. Ich brauchte seine Anwesenheit, um mich vollkommen zu fühlen...man konnte es Sucht oder Droge nennen, wie kitschig es auch klingen mag, es war wirklich so. Ich war total abhängig von ihm...ich konnte ohne ihn schlichtweg nicht mehr leben. Es war zum Teil richtig krass...es war des Öfteren so, dass wenn ich wusste, dass ich ihn praktisch einen ganzen Nachmittag nicht mehr sehen würde, mein ganzer Körper...abstellte...sich isolierte von allem rundherum. Es war so, als würde ich gar nicht mehr richtig leben...
Ich kann nur sagen...ich weiss nicht, ob ich eine gute Freundin war oder nicht, ich wusste nicht was eine gute Freundin dem Partner eurer Meinung nach genau geben sollte...
Das, was ich meinem Freund geben konnte war mein Herz und meine Seele, meine unwiderrufliche Liebe ihm gegenüber...
und ich wusste, dass er mich genau so liebte.
Ich soll mich ändern? Netter zu ihm sein, nicht so anspruchsvoll etc.?? Ich sage: ER LIEBT MICH SO WIE ICH BIN UND ICH BRAUCHE MICH NICHT ZU ÄNDERN!!
und falls es plötzlich nicht mehr funktionieren würde...dann wären wir nicht für einander bestimmt gewesen...
doch das bezweifle ich...ich glaube an uns.

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