Ich war noch nie eine Person die die Kälte mochte. Es war kalt. Mich fröstelte es. 20 Grad betrug die Zimmertemperatur. Ich sass hier mit einem kurzärmligen Top und nein- ich würde nicht aufstehen und mir einen Pulli holen gehen. Ich hatte keine Lust aufzustehen…mich zu bewegen…ich mochte es nicht, mich zu bewegen. Ich hatte auf rein gar nichts Lust. Alles nervte mich. Ich war müde, da ich einen Filmabend hinter mir hatte, doch ich wollte mich nicht ins Bett legen. Ich wollte auch kein Buch lesen oder sonst irgendwas Entspannendes tun. Ich wollte einfach meine Gedanken nieder schreiben, weil ich wusste, dass mir es danach stets besser ging…weil ich dann sah, was ich denke…ich konnte Zusammenhänge schliessen, interpretieren…mich selbst besser verstehen…schreibe ich nicht alles nieder wirbeln die Gedanken wie ein Sturm in meinem Kopf herum. Ich mochte keine Unordnung, doch mein Zimmer war unordentlich. Mein Pult war überhäuft von Blättern und Zeichnungen, der Boden übersät von Büchern und Schulheften…Ich hatte keine Lust zum Aufräumen. Äusserlich erschien ich gelassen. Emotionslos. Innerlich kämpfte ich mit meinen Gefühlen. Meine Gedanken liessen mich nicht ruhen. Doch ich kam nicht gegen den Sturm an…weil…irgendwie war gar kein Sturm da…ich spürte nichts…ich verspürte nichts…doch…eine Gereiztheit…ein Verlangen… Ich versuchte die richtigen, die vernünftigen Gedanken zu verdrängen und liess die schlechten, die, die ich einfach vergessen sollte wieder hervorrufen. Ich konnte mich nicht wehren. Ich tat es von allein. Ich hatte keine Kontrolle über meine Gedanken. Es waren ja irgendwie auch gar keine da.
Seit wann war ich so demotiviert? Wo war die Maria, die ständig lächelte, ständig träumte, ständig das Positive sah, die fanatischste Romantikerin überhaupt??
Ich hatte jetzt einen Freund. Einen Freund, mit dem ich zuerst nur zusammen war, weil er mich liebte. Und ich wusste, ihm ansehen konnte, es unübersehbar war, dass er mich liebte. Er liebte mich abgöttisch. Er liebte mich hemmungslos. Die anderen waren ihm egal. Er hatte mich auserwählt. Er wollte mich. Nur mich. Keine andere.
Man sagt, man solle einen Menschen suchen, der einen liebt.
Er liebte mich. Unerschütterlich.
Egal was ich tat. Egal wie ich mich verhielt. Ihm gegenüber. Den anderen gegenüber. Es war egal. Hauptsache war, dass er mit mir zusammen sein konnte. Mich berühren konnte. Mich küssen konnte. Mir in die Augen sehen konnte. Ich war sein ein und alles. Daran zweifelte ich nicht.
Darum willigte ich ein. Wir waren zusammen. Zuerst gab es einige Hürden…ich war seine erste Freundin und er hatte nicht irgendwie vom Ausgang oder früheren Beziehungen her Erfahrungen gesammelt. Er hatte keine Ahnung. Und trotzdem blieb ich. Weil er mich liebte.
Nun…mit der Zeit hatte ich begonnen, ihn auch zu lieben. Es war eine traumhafte Zeit. Erwiederte Liebe ist wohl das Schönste, das einem passieren konnte. Ich liebte es. Ich liebte ihn. Er liebte mich. Perfektes Glück.
Doch dann kam das Unglück. War es ein Unglück? War es Schicksal? Oder einfach Tatsache? Voraussehbar? Zu erwarten gewesen? Jedenfalls…er liebte mich nicht mehr. Er mochte mich nicht mehr. Ich machte mir immer viel zu viele Sorgen hiess es einmal. Ich? Zu viele Sorgen? Sorgen waren doch das Zeichen, dass ich ihn liebte. Das ich mir Gedanken machte. Pah. Zu viele Sorgen. ICH war immer diejenige, die die Meinung gesagt hat. Er hat immer geschwiegen. Die längste Zeit. Ich mochte das nicht. Klar…ich erzählte gern…doch ich wollte auch von ihm Dinge hören…und ihm nicht alles aus der Nase ziehen
Ich habe es gemerkt, dass er mich nicht mehr liebte. Das Glänzen war aus seinen Augen verschwunden. Es war weg. Sein Blick war ausdruckslos. Kalt. Überheblich. Ich mochte diesen Blick nicht. Er kam mir so schrecklich hochnäsig vor. Und abweisend. Schrecklich abweisend. Wie gesagt, ich war noch nie eine Person, die die Kälte mochte. Und seine Haltung. Sie war auch ganz anders. Er war immer leicht auf Abstand. Die Küsse…sie waren auch nicht mehr dasselbe. Ich fühlte nichts bei ihm. Keine Leidenschaft. Keine Mühe. Es war einfach ein Kuss. Trocken. Langweilig. Abstossend. Verletzend.
Auch die Art, wie er mit mir sprach war total anders. Sie war so formal. Er lächelte und lachte auch viel weniger. Unsere gemeinsame Mittagessen waren langweilig. Ich kam mir stets dämlich vor. Er ass ein ganzes Menü während ich eine Frühlingsrolle hinunterwürgte.
Was mich nervt ist, dass er gar nie was gesagt hat. Er hat mir nie seine Meinung gesagt. Er hat nie mit mir diskutiert. Wir haben ja gesehen wie das rauskommt. Liebeskummer. Scheinbar ohne Ende.
Und doch…
Es hat ein Ende. Es scheint so. Er kommt mir vor…hmm…es ist schwer einen Vergleich zu finden. Ozean? Manchmal lasst mich der Kummer in Ruhe. Ich spüre ihn gar nicht mehr. Ich vergesse ihn. Ich kann ihn wie abstellen. Sanftes Gewässer…
Doch dann…
Puah dann kommt eine Riesenwelle. Von Gefühlen. Die ich nicht richtig unter Kontrolle habe. Ich tue Dinge, die ich im Nachhinein bereue. Doch…
Muss ich sie überhaupt bereuen? Ich meine…wenn die Gefühle am höchsten sind…dann ist man doch am ehrlichsten zu sich selbst. Oder nicht? Man ist sich selbst! In solchen Momenten mehr als je zuvor.
Menschen sollten nicht verschlossen sein. Sie sollten ihre Gefühle nicht verstecken. Unterdrücken. Leugnen.
Manchmal…da müssen wir es tun. Weil es uns befohlen wird. Beispielsweise von einem Boss oder dergleichen. Das ist doch falsch. Das ist nicht richtig. Es ist wie eine Art Unterdrückung. Finde ich.
Denke ich.
Glaube ich.
..hmm und trotzdem weiss ich es trotzdem nicht. Ich weiss nicht was ich denken soll. Was ich finden soll.
..hmm und trotzdem weiss ich es trotzdem nicht. Ich weiss nicht was ich denken soll. Was ich finden soll.
Oder glauben…
Langsam regt mich dieser Text den ich gerade verfasse auf. Er ist so unübersichtlich. Verwirrend. Ich mag keine Unordnung.
(Dieser Text wurde am 03.04.2010 erstellt)
Ich liebe deine Art zu schreiben!
AntwortenLöschenDu machst mir mit diesem Text Mut, dass nicht nur ich mich nicht vom Alten verabschieden kann. Dass dies ein Stück weit normal ist. Danke! <3